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Das Konzept der Klangstrolche
Die Eckpunkte des Klangstrolche-Konzepts:
Bereits in den ersten sechs Jahren werden die Grundlagen
für die Entwicklung von Kompetenzen in allen Lebensbereichen gelegt.
So ist etwa die Sprachentwicklung von Kindern mit Schuleintritt weitgehend
abgeschlossen. Musik und das eigene Musizieren sind ein Schlüssel
zum Erlernen von Sprache, sozialem Verhalten, logischem Denken und Motorik.
Soziale Unterschiede führen oft dazu, dass Kinder nicht ihren Bedürfnissen
entsprechend gefördert werden. Mit dem Klangstrolchprojekt soll
vor allem sozial benachteiligten Familien eine Chance auf musikalische
Förderung ihrer Kinder gegeben werden. Daher liegt ein Schwerpunkt
darauf, dass die Klangstrolch-Ausbildung in den Alltag der jeweiligen
Einrichtung integriert ist und somit keine zusätzlichen Kosten
für die Musikausbildung und -ausstattung der Kinder auf die Familien
zukommen.
Mit mehr als 100.000 Einwohnern ist der Ortsamtsbereich
Billstedt eine Großstadt mit vielfältigen Kulturen und starken
Gegensätzen: ein sehr junger Stadtteil, der ständig wächst.
Hamburgweit bekannt sind das schlechte Image von Billstedt, die defizitäre
Bildungssituation, der überdurchschnittlich hohe Anteil nichtdeutscher
und sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen und die hohe Erwerbslosenquote.
Die kulturelle Teilhabechancen der Kinder aus den letztgenannten Gruppierungen
ist in Billstedt äußerst gering. Im Stadtteil gibt es zudem
kein Angebot, das einen Einstieg ab dem Säuglingsalter in die musikalische
Frühförderung anbietet.
In den Kindereinrichtungen wird musikalische Frühförderung
als Standardangebot integriert. So wird das Thema Musik zunehmend für
Kinder aus Billstedt und hamburgweit eine dauerhafte und wichtige Komponente
ihrer Entwicklung sein. Der Kulturpalast will durch die Unterstützung
und Qualifizierung von Kindereinrichtungen neue Partner (Multiplikatoren)
für die systematische musikalische Früherziehung gewinnen.
Familieneinrichtungen:
In Elternschulen und Kinder- und Familienhilfe-Zentren werden die Klangstrolch-Stunden
als regelmäßige feste Gruppen in das offene Angebot integriert.
Zum Großteil nehmen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern teil.Kitas und Kindergärten:
Hier findet in der Regel musikalische Früherziehung ohne Eltern
statt. ErzieherInnen werden für das Lehrkonzept qualifiziert, um
eine regelmäßige und kostengünstige Früherziehung
in den Einrichtungen zu etablieren. Kulturpalast:
ist zugleich Projektträger und Strolcherei.
Er bietet offene Musikgarten-Kurse für weitere Zielgruppen an und
entwickelt übergreifende Projekte. In seinen Räumlichkeiten
finden auch die Veranstaltungen
für die Klangstrolche und Fortbildungen
für die Klangstrolch-Lehrer statt. Des Weiteren steuert der Kulturpalast
die fachliche Entwicklung des Projekts, regelmäßige Treffen
der Klangstrolch-Lehrer sichern den Erfahrungsaustausch. Jede Partnereinrichtung beginnt nach der Ausbildung
zurStrolcherei zunächst mit Kursangeboten
auf Grundlage der Methoden SimSaLaBim und Musikgarten - immer mit der
Vision, die musikalische Früherziehung um weitere Phasen, Gruppen
und Angebote zu erweitern. Durch die Veranstaltungen im Kulturpalast,
kleine Präsentationen und das Entstehen verschiedener Musik-Formationen
(Trommeln, Kindertanz, Breakdance, etc.), erhalten die Kinder weitere
Möglichkeiten, Musik auf unterschiedliche Arten kennen zu lernen.
Da vor allem auch Familien mit Migrationshintergrund Bildungsangebote
gemacht werden sollen, um somit ihre Möglichkeiten zur Integration
zu verbessern, soll internationales Liedgut bei der Weiterentwicklung
zu einer eigenen Klangstrolch-Methode (z.B. mit einem didaktisches Klangstrolch-Liederbuch)
miteinbezogen werden.
Der Kulturpalast im Wasserwerk e.V. bietet seit 1988
regelmäßig Veranstaltungen für und unter Einbeziehung
von Kindern an, mit dem Ziel, ein vielfältiges Angebot als festen
Bestandteil im Ortsamtsbereich Billstedt zu etablieren. Dabei versteht
sich der Verein als regionale Entwicklungsagentur für Kinderkultur,
die mit Hamburger Künstlern und regionalen Netzwerken ein qualitativ
hochwertiges Angebot für diese Region entwickelt. Dieses reicht
von monatlichen Theaterangeboten über Kurse und Workshops, Literatur-
und Musikförderung bis hin zu regionalen Groß-Veranstaltungen
wie dem Hamburger KidsMove. In der Region Billstedt gibt es im Bereich
Kinderkultur zu den Angeboten des Kulturpalastes nur sehr wenige Angebote.
Die Mobilität der Kinder ist durch die soziale und finanzielle
Situation vieler Familien im Stadtteil sehr eingeschränkt, so dass
der Großteil der Billstedter Kinder nicht die Gelegenheit erhält,
an Kinderkultur teilzuhaben und mitzuwirken.










